Hanf hält Einzug in die Haushalte

Aus der Nutzpflanze lassen sich viele Produkte zum täglichen Gebrauch herstellen

Über die Ladentheke hinweg gibt es in Hanfläden auch Beratung zu frei verkäuflichen Pflanzenprodukten. 291 KB Foto: djd/www.hanf-bioladen.de/Josef König

Kiffen, Drogen und Joint – Begriffe, die bei vielen Menschen als erstes kommen, wenn sie an Hanf denken. Doch tut man der Pflanze damit unrecht. Ärzte dürfen seit etwa zwei Jahren Cannabis als Medizin in besonderen Fällen verschreiben. Seit einiger Zeit rückt auch die Bedeutung des Nutzhanfes als Zutat für viele Alltagsprodukte immer mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Vielseitiger Rohstoff

Bioladen-Besitzer Wenzel Cerveny mag im Sommer gerne Hanfeis. 234 KB Foto: djd/www.hanf-bioladen.de/Josef König

Hanf ist ein vielseitiger Rohstoff. Seine Blüten und Blätter eignen sich als Tees oder kosmetische Anwendungen. Die Samen sind Zutat in Aufstrich-Cremes, Pesto-Saucen, Käse oder sogar in Speiseeis. Hanf-Lebensmittel sind für alle Menschen interessant, die auf eine gesunde und bewusste Ernährung achten. Sie enthalten wertvolle Inhaltsstoffe wie mehrfach ungesättigte Fettsäuren, leicht verdauliche Proteine sowie zahlreiche Vitamine. Hanf-Lebensmittel sind etwa Teil des Angebots des Online-Shops www.hanf-bioladen.de. Genauso wie Produkte zur Körperpflege wie Duschgel, Haarshampoo oder Badesalz mit Hanfanteilen. Nachgefragt ist auch Cannabidiol-Öl (CBD-Öl), das frei verkäuflich ist. Ihm wird unter anderem nachgesagt, entzündungshemmend und leicht schmerzlindernd zu wirken sowie bei Schlafschwierigkeiten helfen zu können. CBD-Öl ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid, also ein Stoff, der zur Entspannung beitragen kann, aber weder auf das zentrale Nervensystem wirkt noch einen Rausch auslöst. Einige Hanfarten eignen sich zudem wegen ihrer starken Fasern gut für die Herstellung von Papier, Kleidern und Baumaterial.

Auf die Dosierung kommt es an

Auch Hundefutter kann naturbelassene Hanfbestandteile beinhalten. 298 KB Foto: djd/www.hanf-bioladen.de/Josef König

Hanfprodukte sind allerdings nicht nur online bestellbar. Bioläden aus diesem Bereich gibt es derzeit unter anderem in München, Rosenheim, Augsburg und Baldham. Die Hanf-Lebensmittel und Produkte zur Körperpflege dürfen frei verkauft werden, weil der THC-Wert unter 0,2 Prozent liegt. Der Stoff THC, kurz für Tetrahydrocannabinol, ist das, was beim Rauschmittelkonsum den Rausch verursacht. Läge er höher, würde auch der Nutzhanf unter die Kategorie Drogen fallen und wäre damit per Gesetz verboten.

Kleine Begriffserklärung

Mehl, Nudeln, Öl, Pesto und Kuchen: Das alles wird aus Hanf gemacht. 496 KB Foto: djd/www.hanf-bioladen.de/Josef König

Viele Menschen, die sich in der Cannabis-Szene nicht auskennen, sind sich über die korrekten Begrifflichkeiten im Unklaren. Cannabis ist das lateinische Wort für Hanf. In Deutschland wird der Begriff allerdings oft umfassend für Hanfpflanzen und THC-haltige Produkte der Pflanze eingesetzt. Die getrockneten Blüten einer weiblichen Hanfpflanze nennt man Marihuana oder Gras. Sie enthalten viel THC, also den Stoff, der für das Rauschempfinden verantwortlich ist. Haschisch dagegen ist das gesammelte „Harz“ der Hanfpflanze. Es kommt meistens gepresst auf den Markt. Je nach Qualität und Herstellungsmethode schwankt seine Farbe von hellem Graubraun bis zu mattem Schwarz.

Wundermittel Kurkuma?

Nur hohe Bioverfügbarkeit bringt gesundheitlichen Nutzen

Kein Zweifel: Kurkuma steht in der Rangliste der Superfoods ganz weit oben. Es soll gegen Entzündungen helfen, vor Alzheimer schützen, Magen-Darm-Beschwerden lindern und sogar gegen Krebs vorbeugen können. Über 6.000 Studien belegen die positive Wirkung der goldenen Knolle, die in Indien auch den Namen „Gewürz des Lebens“ trägt. Viele Menschen streuen es sich über ihr Essen oder bereiten sich damit ein Getränk zu – in dem Glauben, sie könnten so die zahlreichen gesundheitlichen Vorteile des gelben Pulvers nutzen. Fakt ist: Kurkuma enthält nur fünf Prozent Curcumin, dem wichtigsten Inhaltsstoff. Zudem ist Curcumin fettlöslich. Es wird in der wässrigen Umgebung des Darmes nur schlecht absorbiert und zu 90 Prozent wieder ausgeschieden. Dies bedeutet, dass man Unmengen von Kurkuma essen müsste, um tatsächlich eine positive gesundheitliche Wirkung zu erzielen.

Kurkuma-Pulver sparsam über eine Mahlzeit gestreut – diese Methode bringt oft kaum gesundheitlichen Nutzen. 1323 KB Foto: djd/Dr. Wolz Zell GmbH/cherryandbees – stock.adobe.com

Reines Kurkumapulver hat kaum gesundheitliche Effekte

Die Wirksamkeit des in Kurkuma enthaltenen Curcumin kann auf verschiedene Arten erhöht werden. 1473 KB Foto: djd/Dr. Wolz Zell GmbH/oilslo – stock.adobe.com

In kleiner Dosis verzehrt, ist das gelbliche Gewürz sehr schmackhaft, in größeren Mengen jedoch bitter. Bei dem Versuch, die therapeutische Wirksamkeit von Kurkuma zu verbessern, wird es häufig mit Pfeffer (Piperin) kombiniert. Zwar nimmt der Körper es dann rasch auf, doch ebenso schnell sinkt der Curcuminspiegel auch wieder ab. Zudem kann Piperin die Wirkung von Medikamenten verringern oder verstärken und die Darmschleimhaut reizen. Auch der Einsatz von Mizellen hat sich aufgrund der verwendeten Polysorbate in Studien wegen der Nebenwirkungen als nachteilig erwiesen. Eine hohe Bioverfügbarkeit ohne Beeinträchtigung des Stoffwechsels lässt sich beispielsweise mit Curcumin Extrakt 45 von Dr. Wolz erreichen.

Mit Cyclodextrin wird Curcumin deutlich besser aufgenommen

In dem Extrakt liegen die fettlöslichen Curcumin-Moleküle in einen Ring von Glucose-Molekülen (eine Zuckerart – den sogenannten Cyclodextrinen) eingebettet. Auf diese Weise ergibt sich eine hydrophile (wasserliebende) Außenseite und in ihrem Innern ein lipophiler, also fettfreundlicher Hohlraum, in dem das Curcumin ruht – weitere Informationen dazu gibt es unter www.wolz.de. Gelangt das Curcumin durch dieses ausgeklügelte „Transportmittel“ in den Darm, wird es in der Darmwand um mehr als 40-mal effizienter aufgenommen als das reine Kurkumapulver. Die übrig gebliebenen Glucose-Moleküle baut der Organismus ab und scheidet sie aus. Auf diese Weise kann dem Körper möglichst viel Curcumin zur Verfügung gestellt werden, damit dessen Nutzen der Gesundheit zugutekommen kann.

Eine erhöhte Bioverfügbarkeit ergibt sich, wenn die fettlöslichen Curcumin-Moleküle in einen Ring von Zuckermolekülen eingebettet liegen. 242 KB Foto: djd/Dr. Wolz Zell GmbH

Kurkuma-Steckbrief.

Kurkuma (Curcuma longa), auch Gelber Ingwer oder Gelbwurz genannt, zählt zur Familie der Ingwergewächse und ist in Indien und Südostasien heimisch. Das aus dem Wurzelstock der Pflanze gewonnene Curcumin wird unter anderem für die Herstellung des Curry-Pulvers und als natürlicher Farbstoff verwendet. In der traditionellen Medizin Indonesiens und Indiens (Ayurveda) kennt man Kurkuma bereits seit mehreren Tausend Jahren als Mittel gegen eine Vielzahl von Krankheiten und zur Stärkung des Immunsystems. Curcumin soll vor allem gallentreibende, antioxidative, schmerzlindernde, zytotoxische, antitumorale, immunmodulierende und antiinflammatorische Eigenschaften haben. Einziges Problem ist die geringe Bioverfügbarkeit, die aber mithilfe von Cyclodextrin verbessert werden kann.